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Sächsische Zeitung und MDR Sachsen über den 33. Deutschen Mühlentag
in Kottmarsdorf berichteten.
Thomas Christmann, SZ vom 26. Mai 2026:
An der Bockwindmühle in Kottmarsdorf ist Handarbeit angesagt. Zum
Pfingstmontag konnten Besucher nicht nur Mitgliedern des Vereins der
Natur- und Heimatfreunde beim Dreschen von Hafer zuschauen, um das
traditionelle Handwerk kennenzulernen. „Das Publikum wird einbezogen”,
berichtet Bernd Dreßler, der durch das Programm führte. So durften die
Besucher mithelfen, das beflügelte 40 Tonnen schwere Gebäude um die eigene
Achse in den Wind zu drehen. Oder auf der Dezimalwaage für Getreide oder
Mehl das persönliche Körpergewicht bestimmen lassen - für eine Spende zum
Mühlen-Erhalt. Dafür gab es eine Urkunde mit Stempel und Unterschrift.
Der Deutsche Mühlentag ist laut Bernd Dreßler vom Verein der jährliche
Höhepunkt, an dem dieser zum 33. Mal teilnahm. Von 10 bis 17 Uhr boten
zwei Mitglieder halbstündliche Führungen durch das 1843 errichtete
technische Denkmal an. Die Besucher mussten anstehen, da nur 25 pro
Durchgang möglich waren. „Wir können nicht meckern“, sagt Bernd Dreßler
über den Zuspruch.
Die Veranstaltung in Kottmarsdorf begann aber schon zwei Stunden eher mit
dem Hähnekrähen vom Geflügelzüchterverein Ebersbach. Dabei traten über ein
Dutzend Züchter mit ihren Tieren an - der Sieger bekam einen Gutschein,
der Verlierer symbolisch ein Beil.

Die Flegeldrescher gaben den Takt vor und zeigten dreimal ihr Können.

Zum zweiten Mal wurde bereits ab 8 Uhr das Hähnewettkrähen des Ebersbacher
Geflügelzüchtervereins ausgetragen. Ein Dutzend
Züchter zählten die „Kikerikis“ ihrer gefiederten Freunde.

Beim Schaudrehen der Mühle in den Wind mitzumachen – das ließ sich das
Publikum nicht zweimal sagen. SZ-Fotograf Matthias Weber
hielt das Spektakel im Bild fest. Rechts ein Glasbehälter für Spenden zum
Mühlenerhalt, der gut gefüllt wurde.

Drei von vielen Helfern, ohne die der Mühlentag undenkbar wäre, von links:
Andreas Augustin, Achim Wenzel (beide Mühlenführer) und
Frank Freitag (Drescher) an der Dezimalwaage des Müllers.
Lutz Günther, MDR Sachsen online, 25. Mai 2026:
Blauer Himmel, Sonne und angenehme Temperaturen – die Bockwindmühle
Kottmarsdorf bei Löbau zeigte sich von ihrer schönsten Seite. Die Mühle
ist noch funktionstüchtig, und somit war auch das traditionelle
Schaudrehen zum 33. Deutschen Mühlentag wieder geplant. Mit Unterstützung
der Besucher kann das hölzerne tonnenschwere Bauwerk um die eigene Achse
in den Wind gedreht werden. Es herrschte allerdings Flaute. Deshalb
konnten die Besucher die Flügel der alten Mühle nicht in Bewegung
bestaunen. Dennoch zählten die Veranstalter nach eigenen Angaben viele
neugierige Menschen.
Die Bockwindmühle in Kottmarsdorf wurde 1843 von August Benjamin
Zimmermann auf dem 435 Meter hohen Pfarrberg gebaut. Da der Müller selbst
Bauherr war, musste er schon vorher wissen, welche Art des Getriebes er
einsetzen will, welche Flügel und wie viel Stockwerke die Mühle haben
soll, sagt Mühlenwart Jochen Kaminsky. Viele Müller seien deshalb
mindestens drei Jahre auf Wanderschaft gewesen und haben so Erfahrungen
gesammelt, die sie dann in ihren Mühlenbau einfließen ließen.
Bis 1943 wurde die Bockwindmühle in Kottmarsdorf als Getreidemühle
genutzt. In den darauffolgenden Jahren war das Bauwerk dem Verfall
preisgegeben, bis 1961 der Verein Natur- und Heimatfreunde Kottmarsdorf
gemeinsam mit der Gemeinde die Windmühle umfassend sanierte und als
Schauanlage für die Öffentlichkeit zugänglich machte. Nach der Wende wurde
die Mühle erneut saniert und technisch instandgesetzt. So wurden
beispielsweise die Flügel erneuert. Die Mühlenenthusiasten des Vereins
pflegen das technische Baudenkmal und halten es zur Besichtigung geöffnet.

Riesenseifenblasen kamen vor allem bei den Jüngsten an.

Besucher erhielten mit Hilfe eines Handsiebes von Christian Augustin
Erläuterungen zum Feinheitsgrad des Mehls (links).
Auf der Mühlen-Dezimalwaage konnte man sein persönliches Körpergewicht
bestimmen lassen.

Viele Radfahrer machten rund um die Mühle Station und genossen die
herrliche Fernsicht.

Die Panoramatafel an der Mühle half Besuchern beim Blick nach Südwesten,
ins Gebirge.
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